Nichts geht über "Blending"! Die Geschichte der Blended Scotch Whiskies und die Rolle eines irischen Zollbeamten

Blending - auf Deutsch "das Mischen verschiedener Zutaten" - ist heute gängige Praxis der Getränkeindustrie. Beispiele hierfür sind Weine, Säfte, Sherries, Tees oder Rums mit ihren Reife- und Produktionsprozessen. Aber warum? Hierfür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Im Fokus steht dabei der Wunsch, Jahr für Jahr ein qualitativ hochwertiges und gleichbleibendes Produkt zu kreieren. Fast noch wichtiger ist aber, dass das Mischen zweier sehr guter Zutaten oft ein besseres Endprodukt liefern kann als die reine Summe aus beiden. Mathematisch würde man diese mit 1+1=3 oder mehr ausdrücken. Und was meint ihr? Ist es Zufall, dass dies einer unserer Core Values ist?

Blending verbessert Geschmacksnoten und Textur, umspielt den Gaumen einer breiteren Masse und erhöht den Genuss. Es geht um Möglichkeiten, neue Geschmackskombinationen und entsprechend neue Genussmomente zu entwickeln. Es geht um Balance, Komplexität und Fülle.

Aber woher kommt Blending eigentlich? Sehen wir uns die Geschichte des Blendings am Beispiel der Blended Whiskies an. Die Basis für die Produktion dieser wurde durch Aeneas Coffey, Ire und ehemaliger Zollbeamter im Jahr 1831 gelegt. Er erfand die Coffey Stills, die den Destillationsprozess effizienter und schneller gestalteten. Da irische Destillerien diesen neuen Stills aber nicht trauten, ging er mit seiner Erfindung nach Schottland und traf insbesondere in den Lowlands auf großes Interesse. So wurde der Grundstein für die steigende Produktion von Grain Whiskies gelegt.

Für den nächsten wichtigen Schritt in der Geschichte der Blended Whiskies war Andrew Usher verantwortlich. Im 19. Jahrhundert wurden Whiskies hauptsächlich durch Händler in Städten wie Edinburgh verkauft. Einer dieser Händler war Andrew Usher. In den 1860ern begann er, Single Malt Whiskies der Highlands, die zu dieser Zeit rauchig und intensiv waren, mit den weicheren Lowland Whiskies zu vermählen. Dies war die Geburtsstunde der Blended Whiskies, die durch das Mischen geschmacklich einer breiten Käuferschicht zugänglich wurden.

Heute stellen Blended Whiskies 90% der verkauften schottischen Whiskies dar. Sie bestehen aus verschiedenen Grain und Malt Whiskies.

Auch wir verwenden einen Blended Whisky für unseren "The Tale of Oolong". Dieser Highland Whisky besteht zu 85% aus Grain und 15% aus Malt Whiskies. Letzterer besteht - wie der Name sagt - zu 100% aus Gerstenmalz. Dieser Scotch ist für 3 Jahre in amerikanischen Fässern (neu und mit zweiter Füllung) gereift worden. Soviel zum Whisky, aber wie kamen wir überhaupt auf ihn?

Dafür muss man wissen, dass der Blending-Prozess stets mit der Suche nach den richtigen Zutaten beginnt. Im Fall unseres "The Tale of Oolong" wollten wir unseren nächsten "Tale" auf Basis dieses chinesischen halboxidierten Tees kreieren. Die üblicherweise zu findenden Pfirsich- und Mangonoten des Oolong Tees führten dazu, dass Lukas und Vincent nach einem Whisky gesucht haben, der dazu passende Noten aufweist. Nach einem Streifzug durch die Whisk(e)y-Regionen der Welt, massenhaft unterschiedlichen Mischversuchen immer auf der Suche nach der perfekten Kombination wurden sie nach 6 Monaten schließlich fündig. Der passende Highland Whisky zum Oolong Tee präsentiert sich süß und fruchtig in Nase und am Gaumen mit delikaten Malz- und Vanillenoten. Der perfekte Partner für den ausgewählten Oolong Tee war gefunden.

Und so ist Blending in unserem Fall auch die Basis für eine neuartige Getränkegattung. Anders, aufregend, vielseitig und einfach zu servieren. Erfunden für den direkten Genuss. Mit unseren "Tales" ändern wir die Art, beide Getränkearten zu erleben. Kalt über Eis, leicht erhitzt oder als Cocktail. Wir sind stolz darauf, dass Blending unsere Core Competence ist und wir damit nicht nur zwei verschiedene Getränkesorten sondern auch unterschiedliche Kulturen verbinden. So entsteht ein neues Getränk, das magische Genussmomente liefert.